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Aus der Beratung

Somaye Mohammadi

Ich bin Somaye Mohammadi, 33 Jahre alt, aus dem Iran, Bauplantechnikerin.

Als ich 14 Jahre alt war, hat meine Mutter mir gesagt, dass ich heiraten muss. Ich kannte den Mann nicht. Ich war noch ein Kind und wusste nicht was es bedeutet, eine verheiratete Frau zu sein. Sie sagte, dass es gut für mich sei. Wir seien ganz alleine, denn mein Vater ist gestorben, würde mein Mutter auch sterben, wäre ich ganz allein auf der Welt. Ich habe sie nicht verstanden und eingewilligt und weiter gespielt.

Meine Hochzeitsnacht war eine schlimme Erfahrung für mich. Nach der Hochzeit sagte mir mein Mann, dass ich das Haus nicht mehr verlassen, meine Familie nicht mehr treffen, die Schule verlassen und nicht arbeiten gehen darf. In der Öffentlichkeit und wenn Menschen zu uns nach Hause kamen, auch Familienmitglieder, musste ich nicht nur, wie im Iran sowieso üblich, ein Kopftuch tragen, sondern ab jetzt sogar ein Tschador tragen. Also eine Kopfbedeckung, bei der man nur noch die Augen sehen kann.

Mein Mann war drogenabhängig. Jeden Tag hat er Heroin und andere Drogen konsumiert. Um von meinem Mann nicht geschlagen zu werden, musste ich alles machen, was er befahl. Denn im Iran haben die Männer das Recht ihre Frauen zu schlagen, mir hätte nicht einmal die Polizei geholfen.

Ich habe zwei Kinder bekommen. Ich wollte mit diesem Mann keine Kinder, doch ich durfte nicht entscheiden. Ich wollte meinen Mann schon immer verlassen, ich wollte nicht unter so viel Gewalt und ohne Rechte leben. Doch nun wurde es mir noch schwerer gemacht. Im Iran dürfen Frauen ihre Kinder nach einer Trennung nämlich nicht mehr sehen, der Vater darf über sie bestimmen. Ich wartete immer, dass etwas passieren würde. Dass mich jemand retten würde. Aber man muss sein Leben selber in die Hand nehmen, um glücklich zu sein.

Der Auslöser, meinen Mann tatsächlich zu verlassen, war der Tag an dem mein Mann mir sagte, dass er noch eine Frau heiraten würde. Ich wusste, dass es ab diesem Tag nur noch schlimmer werden würde und verließ das Haus. Ich lebte dann bei meiner Mama. Aber es war sehr schwer für mich. Im Iran braucht man eine Erlaubnis des Ehemannes oder des Vaters um arbeiten zu gehen. Um mir mein Leben schwerer zu machen, stimmte mein Mann der Trennung nicht zu. Also arbeitete ich schwarz und bekam weniger Geld. Jedes Mal, wenn mein Mann herausgefunden hat wo ich arbeite, ist er zu der Firma gegangen und ich konnte dort nicht mehr arbeiten.

Da mein Mann sich nicht von mir trennen wollte, zog ich einen Anwalt zur Hilfe. Der wollte mir allerdings nur helfen, wenn ich ihn für zwei Stunden heiraten würde. (Im Iran ist es nur erlaubt miteinander zu schlafen, wenn man verheiratet ist). Da ich das nicht wollte bekam ich keine Hilfe.

Dann habe ich einen anderen Weg gefunden und bin aus dem Süden Irans in die Mitte des Landes gezogen. Dort versuchte ich mich erneut von meinem Mann zu trennen indem ich sagte, dass er vor vielen Jahren verschwunden sei und ich nicht wisse, wo er ist. Der Richter, der ungefähr 60 Jahre alt war, sagte, dass er mir nur helfen würde, wenn ich ihn anschließend heiraten würde. Als ich das nicht wollte, durfte ich mich nicht von meinem Mann trennen.

Nach sechs Monaten versuchte ich es erneut bei einem anderen Richter. Diesmal hat es geklappt! Ich war so glücklich, doch leider nicht lang. Denn der erste Richter hatte von meiner Trennung mitbekommen und besuchte mich nach einer Woche zu Hause. Da es nur wenige Frauen im Iran gibt, die so etwas versuchen, wollte er mir Angst einjagen und mich bedrohen.

Er sagte zu mir, dass ich ihn entweder heiraten müsse, oder er zur Polizei gehen und mich verraten würde. Mein Mann sei nämlich gar nicht geflohen und er werde ihn finden. Man würde mich anklagen, zeigen, dass ich keine Muslima bin, und mich steinigen.

Ich hatte keine Wahl. Ich musste fliehen. Ich hatte 2000 Euro und kaufte ein Flugticket in die Türkei. Von dort fuhr ich mit einem Schlauchboot nach Griechenland. Ich hatte sehr viel Angst, ich kann nicht schwimmen und dachte, dass ich sterbe. Von dort bin ich mit dem Bus nach Mazedonien gefahren. In Mazedonien bin ich 12 Stunden durch den Wald gelaufen, um die Grenze nach Serbien zu Fuß zu überqueren und dann einen Bus nach Kroatien zu nehmen. Dann habe ich einen Zug nach Österreich genommen und bin schließlich in Deutschland angekommen.

Ich wusste nicht viel über Deutschland, dachte aber, dass es gut für mich sei. Der Weg aus dem Iran bis hierher war sehr lang, ich hatte immer Angst um mein Leben. Angst, vergewaltigt zu werden. Angst, um meine Zukunft. Angst, was ich vorfinden würde.

Die Zeit der Angst ist jetzt vorbei. Jetzt beginnt die Zeit der Hoffnung.

Ich bin seit 9 Monaten hier in Deutschland, ich lerne Deutsch mit Integrationspaten, spiele Theater bei der UTS Theatergruppe SZOL HA, trage Gedichte bei MUVUCA vor, schreibe für das Magazin ASADI und mache eine Qualifizierung als Altenpflegehelferin. Ich versuche, dass mein Beruf anerkannt wird um Pläne für die Zukunft machen zu dürfen. Rosana Trautrims und Sabine Bleyer vom Projekt AMS (Arbeitsmarktservice für Flüchtlinge) von UTS hat mir bei jeden meiner Schritte hier in Deutschland geholfen. Alles Dafür bin ich sehr dankbar. Jetzt kann meine Zukunft beginnen.

Somaye Mohammadi

Übersetzung: Shafi Wassal/ Lina Brandes

Kheyrollah Ghaznavian

Endlich zu Hause

 

Kheyrollah Ghaznavian ist mein Name. Ich bin 58 Jahre alt, aber ich habe das Gefühl, dass ich schon eine Ewigkeit lebe. So viel schon sah ich, das meistens verbinde ich mit Schmerz, Gewalt, Grausamkeit und Hass. Ich komme nämlich aus Afghanistan und gehöre eine schiitische Minderheit, die seit ich denken kann verfolgt wird. Ich wusste nicht, was das für ein Gefühl ist in Sicherheit zu leben, einfach schlafen gehen ohne Angst zu Hause mitte in der Nacht überfallen zu werden, ohne Angst dass jemand in dein Haus eindringt und deine Kinder vor dir köpft oder erschießt, zur Arbeit zu gehen und nicht Angst haben auf der Straße gefoltert zu werden oder von Bomben zerstückelt zu werden. Ich habe so viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder, die so was zustoßen ist. Einfach nach dem Feierabend ein Spaziergang zu machen oder Am Wochenende ein Picknick zu machen war nicht drin, warum sollten wir uns auf so was gefährliches einlassen? Unser Verbrechen ist Hazara zu sein. Meine Frau wurde schon so von der Taliban zusammengeschlagen, dass sie bis heute starke Rückenschmerzen hat, am dem Tag wurden auch ihre beide Trommelfelle geplatzt.

Vor sechs Jahre flohen meine beide Söhne 23 und 25 Jahre alt aus Afghanistan. Unsere Familie ertrug nicht mehr unser Schicksal, wir hatten keine Hoffnung mehr, dann entschieden wir uns, dass die beide fließen sollten und uns danach ins Sicherheit bringen sollten. Seitdem wissen wir nichts mehr von ihnen. Ertrunken? Erschoßen? Irgendwo in Gefängnis, weil sie illegal reisten? Ich weiß nicht wo meine Kinder sind. Große Schmerz gibt es nicht. Vor ca. vier Jahre entschiede ich mich auch zu versuchen, es wäre das oder einfach warten, dass wir irgendwann getötet werden. Die Chancen waren schlecht, aber in Afghanistan hätten wir gar keine. Ich verließ meine Frau und meine beide Töchter allein und floh. Es wurde auf dem Weg auf uns geschoßen, wir waren tagelang im Wald in Solonik in Griechenland ohne was zum Essen oder trinken, ich sah wie dreißig Menschen auf einem Schlauchboot auf dem Weg nach Italien neben meine ertranken. Wir könnten nichts machen. Wir mussten einfach zu sehen und dachten, bald sind wir an der Reihe. Unser Boot war nicht in einem bessere Situation als ihre. Vor drei Jahre und acht Monate kam ich in Deutschland. Ich sollte Jahren auf die Antworte auf meine Asylverfahren warten und vielleicht meine Frau und Kinder hier holen zu dürfen. Nach zwei ein halb Jahr konnten wir uns nicht mehr warten und sie nahmen den gleichen Weg, den ich nahm und versuchten zu kommen. Hilflosigkeit, Unbeholfenheit, Einsamkeit, Angst und Wut haben mich abweckselnd besucht während meine Familie ihre Leben auf Spiel setzte um zu mir zu kommen.

In meinem Land durfte ich nicht zur Schule. Das war ein Traum. Hier durfte ich zur Schule, mit der Hilfe von AMS Arbeitsmarktservice für Flüchtlinge habe ich ein Alphabetisierungskurs besucht. Ich war überglücklich und war sehr fleißig, es war so toll sagen zu dürfen „Jetzt gehe ich zur Schule.“ Ich gab mir sehr viel Mühe und lernte sehr schnell lesen und schreiben. Rosana Trautrims von UTS fand für mich eine Integrationspatin, sie ändert mein Leben. Sie heißt Gisela Hamann und bis heute ist sie meine beste Freundin, dass man so gut sein kann, lernte ich mit ihr. Ich arbeitete als Küchenhilfe ein Jahr, mein Chef war sehr zufrieden, weil ich sehr fleißig war. Heute arbeitete ich als ungelernter Pflegehelfer. Mein nächstes Ziel ist eine Ausbildung als Pflegehelfer zu absolvieren. Dafür muss ich mein Deutsch verbessern. Ich bin aber dabei.

Hier in Deutschland sah ich nur Gutes. Es gibt kein Krieg und die Leute werden nicht nach dem Maß seine Hingabe der Religion gemessen. Religion ist private Sache und wird zu Hause erlebt, ich finde es gut so. Ich habe das Gefühl, dass hier egal ist ob du Muslim, Christ, Jude, Atheist ist oder woher du kommst. Hast du ein gutes Herz wirst du Freunde finden und sie werden für dich da sein. Ich habe Deutsch Freunde, ich wurde geholfen, bei der Arbeit sind alle so lieb zu mir. Ich bin hier ein Mensch und werde respektiert. Alle sind so nett. Ich bin jetzt zu Hause.

Mahre Koore

Ich muss nicht mehr hoffen – Ich habe meine Heimat gefunden

 

Im Friseursalon Matthießen – Akraat Handwark – in Rendsburg wurde ich mit einem Lächeln empfangen. Diese Freundlichkeit kam vom Friseurmeister Holger Matthießen und seinem neuen Auszubildenden Mahre Koore aus Syrien. Es scheint die Regel zu sein und ich merke, dass die Atmosphäre hier warmherzig ist.

Mahre Koore ist Kurde und lebt mit seiner Familie seit ca. 3 Jahren in Deutschland. „Vor dem Krieg in Syrien war es schwer, dort zu leben. Denn niemand sollte wissen, dass wir Kurden sind. Wir sind auch Jesiden und unsere Religion wurde dort nicht akzeptiert. Wir hatten Angst darüber zu reden. Wenn bekannt würde, dass man Kurde ist, hätte die Polizei einen Grund, uns vor unserem Arbeitgeber oder in der Schule zu unterdrücken und zu schikanieren. Wir mussten auch gut auf unsere Mädchen aufpassen, weil in Syrien viele Mädchen entführt und vergewaltigt werden. Zu Hause wurde Kurmanci gesprochen, doch auf der Straße sprachen wir arabisch, um nicht aufzufallen. Es ist ein schreckliches Gefühl, nicht sein zu dürfen, wer man ist, sondern sich das ganze Leben verstecken zu müssen.

Als mein Vater nach Deutschland kam, hatte er mit mir auf der Straße arabisch gesprochen. Er hatte geweint als ich ihm sagte, dass wir in der Öffentlichkeit Kurmanci sprechen könnten und dass es kein Problem gäbe. Er fragte: „Bist du sicher?“ Er war endlich frei! Mein Papa hatte begriffen, dass wir nicht mehr in Unterdrückung leben müssen. Von da an wurde Deutschland meine Heimat. Ich will nie wieder nach Syrien zurück. Es war nie mein Land. Keine Heimat. Ich habe mich nach einem Land wie Deutschland gesehnt. Deutschland ist mein Land. Das ist meine Heimat.“, erzählt Mahre.

Der 22jährige Mahre hatte die Flucht allein nach Europa gewagt. Acht Monate war er unterwegs. Er wollte nicht, dass seine Eltern und seine kleinen Geschwister auf dem Weg verunglückten. Er hatte viel Schlimmes gesehen. Einiges wird er nicht vergessen können. Mahre hatte ständig Angst um sein Leben. Türkische Grenzpolizisten hatten Kinder, Frauen und ältere Leute geschlagen. Männer und jüngere Leute konnten weglaufen. In Bulgarien war Mahre zwei Monate im Gefängnis. Die Gedanken waren immer bei der Familie, die er zurücklassen musste.

Nach ein paar Monaten in Deutschland, hatte der zukünftige Friseur den positiven Bescheid seines Asylverfahrens erhalten. Er dachte, er könnte dann seine Familie nach Deutschland holen. Seine Eltern und Geschwister. Doch als Volljähriger darf Mahre seine Familie nicht nachholen. Sie mussten selbst den gefährlichen Weg auf sich nehmen, und so kamen seine Eltern, zwei Brüder und fünf Schwestern nach Deutschland. Sie sind alle in Sicherheit und können sich eine Zukunft aufbauen. In Deutschland angekommen, war es für Mahre an der Zeit, sich um seine Zukunft zu sorgen. Mahre hatte sein Ziel vor Augen. Er möchte einen Beruf erlernen.

Seit Anfang August absolviert Mahre eine Friseurlehre bei Holger. Zuvor hatte er einen Monat Praktikum absolviert. Die Stelle hat er mit der Unterstützung von Umwelt Technik Soziales Arbeitsmarktservice für Flüchtlinge gefunden. „Ich bin sehr froh, meine Ausbildung in diesem Friseursalon zu machen. Holger und sein Team sind sehr hilfsbereit und freundlich. Ich fühle mich wahrgenommen und dazugehörig. Meine Ausbildung dauert 3 Jahre. Danach möchte ich meinen Meisterbrief machen.“

Seit 1991 bildet Holger Matthießen Lehrlinge in seinem Salon aus. Jedes Jahr stellt er zwei neue Auszubildende ein. Nachdem die Kandidaten ein Praktikum bei ihm machen, entscheidet sich, wer einen Ausbildungsplatz bekommt. „Wir prüfen während des Praktikums, ob geeignete Fähigkeiten zum Erlernen des Friseurberufs vorliegen und ob menschlich alles passt. Wir hatten schon Auszubildende aus Russland, der Türkei, Afghanistan und Polen und es war immer eine gute Erfahrung. Über Rony (Mahre), kann ich sagen, dass er ein sehr freundlicher, aufmerksamer junger Mann ist. Ich finde, dass jeder Mensch eine Chance verdient und es egal ist, aus welchem Land er stammt und welche Sprache er spricht. Jeder sollte eine Chance bekommen zu beweisen, dass er das Handwerk erlernen kann und ob er zu uns passt. Man kann nicht im Vorwege sagen, ob es geht oder nicht.“

Im Friseursalon Matthießen wird man in den Sprachen deutsch, plattdeutsch, polnisch, kurmanci, arabisch und türkisch bedient. Super Holger, großes Vorbild, weiter so!

Nazar Mohammad Onywal

Shafi Wassal

Mein erster offizieller Job bei der Stadt Rendsburg

Ich bin ein 30-jähriger Mann, welcher in Herat englische Literatur studiert hat und als Sozialarbeiter bei einer privaten Organisation und Übersetzer und lokaler Guide bei den amerikanischen und italienischen Streitkräften in Afghanistan gearbeitet hat. Ich floh aus meinem Heimatland, um den Gräueltaten der Taliban und anderen terroristischen Gruppen zu entkommen.
Seit Oktober 2015 lebe ich hier in Rendsburg, ich bin angekommen und arbeite und lerne. Das Schreiben von Artikeln ist meine liebste Freizeitbeschäftigung. Seit Januar 2016 schreibe ich für das Magazin „Asadi“ und auch oft für die Landeszeitung. Das macht mich sehr glücklich und auch ein bisschen stolz, dass auch ich irgendetwas für die Gesellschaft machen kann.Ich habe viele unterschiedliche Erfahrung in meinem Job als Sozialarbeiter in Afghanistan gelernt. Das Arbeiten mit und für Menschen war immer mein Traum und bringt mich immer dazu neue Dinge zu lernen und auch dazu anderen Menschen ein Helfer zu sein und ihre Probleme zu lösen.
Ich bin Afghane und habe somit kein Recht auf einen Deutschkurs. Als ich mich in Deutschland erkundigen wollte, wie ich auch hier im Bereich des Sozialarbeiters arbeiten kann, kam ich zur Umwelt Technik Soziales (UTS) in Rendsburg. Ich wurde Teil des Integrationspatenprojektes, der Veranstaltung MUVUCA, des Theaterprojekts Szol Ha und des Magazins Asadi. Außerdem wurde auch ich Integrationspate hier in der UTS und habe, ohne wirklich Deutsch reden zu können, den Afghanen Englischunterricht gegeben. Dadurch wurden Paten auf mich aufmerksam und sie beschlossen, meinen Deutschkurs zu bezahlen, was mich natürlich sehr glücklich machte.
Danach ging ich zu Sabine Bleyer vom Arbeitsmarktservice für Flüchtlinge und gemeinsam kümmerten wir uns um die Anerkennung meines Berufs. Meine Zeugnisse wurden anerkannt und nun habe ich offiziell den Zugang zur Universität.
Während ich nach einem Job geguckt habe, habe ich große Hilfe von Rosana Trautrims von der UTS sowie der AMS und die Möglichkeit bekommen, einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Stadt Rendsburg zu machen. Ich gab meine Dokumente mit meiner Bewerbung ab und wurde einen Monat später zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Nach einem weiteren Monat hatte ich mein zweites Gespräch und die Zusage für den BFD.
Nachdem der Vertrag unterschrieben war, hatte ich am 15. Juli 2016 meinen ersten Arbeitstag als BUFDI im Fachbereich Flüchtlingshilfe und Integration. Die erste Sache, die mir auf Anhieb gefiel, war das freundliche Verhalten meiner neuen Kollegen. Sie nahmen mich alle sehr freundlich auf und nach einer Woche fühlte ich mich schon so wohl, als hätte ich schon ein Jahr dort gearbeitet. . Mir wurde von meiner Verantwortung in diesem Job erzählt und sie öffneten mir alle Türen um überall frei meine Ideen zu äußern. Dies unterstütze mich und stimmte mich optimistisch um härter und härter zu arbeiten und die Ergebnisse zu erbringen, die gebraucht werden. Seitdem ich diesen Job habe bekomme ich auch immer mehr Ideen und ich versuche meinen Fähigkeiten in Bereichen des Sozialarbeiters zu verbessern.
Einen Flyer für neu angekommene Flüchtlinge über die historischen Ereignisse Rendsburgs zu schreiben war meine erste Aufgabe. Ich bin erreichbar, wenn jemand einen Übersetzer im Rathaus, Kliniken oder der Ausländerbehörde braucht und ich bin ein Teil der Gruppe die sich um die Unterkünfte der Flüchtlinge kümmert, wenn es Probleme geben sollte. Im September gibt es ein anderes Programm, welches sich um das Müllsystem Deutschlands dreht, eine wichtige Angelegenheit in Deutschland. Dieser Job braucht meine ganze Energie, gibt mir aber auch jeden Abend ein gutes Gefühl, wenn ich nach Hause komme.
Am 29. August war ich vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben zu einem zweiwöchigen Deutschseminar in Bremen-Ritterhude eingeladen. In diesem Seminar lernte ich einige wichtige Dinge, wie Schlüsselwörter, über die deutsche Sprache. Gemeinsam mit einigen Klassenkameraden hatte ich eine Präsentation über die Geschichte Bremens und Bremerhavens. Wir sind nach Bremerhaven gefahren und haben das Auswandererhaus besucht, was unglaublich war. Zum Ende des Seminars bekam ich eine offizielle Teilnahmebescheinigung des Bundesamts.
Demzufolge habe ich, seitdem ich in Deutschland lebe, viele Möglichkeiten bekommen und Menschen getroffen, die mir nur das Beste wünschen. Hierfür bin ich sehr dankbar, für meinen Job und meine Mitmenschen. Ich werde schaffen, was ich zu tun habe.

Shafi Wassal